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Lebensmittel: Kaffee

Kaffee - Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Kaffee ist lecker und an vielen Tagen, insbesondere am Morgen geht bei vielen (ja, auch bei mir) ohne Kaffee einfach gar nichts. Espresso, Cappuccino, Mokka, die gute Tasse Kaffee schwarz oder mit Milch und Zucker - viele Wege führen zum Geschmackserlebnis. Ja, man liest es heraus: ich liebe Kaffee - das ist nicht von der Hand zu weisen.
Aber wie sieht es mit dem Umweltschutz und Kaffee aus? Wie nachhaltig und ökologisch ist das leckere Getränk?
Kann man es mit gutem Gewissen trinken? Um es vorweg zu nehmen: es gibt Hoffnung für Kaffee-Liebhaber aber man sollte einiges beachten....
 

Empfehlungen

Trinken Sie Fair-Trade und Bio-Kaffee !

Wenn Kaffee, dann nur Bio und FairTrade! Warum? Mehr weiter unten auf der Seite....
Und ja: etwas weniger Kaffee ist auch kein Fehler, vor allem, weil die Produktion von Kaffee in anderen Teilen der Welt sehr viel Wasser verbraucht.

Finger weg von Kapsel-Kaffee und den dazu gehörigen Maschinen

Kaffee in Kapseln verursacht nicht nur Berge von unnötigem Müll, er ist auch um ein Vielfaches (!) teurer, als normaler Kaffee. Wenn Sie richtig, richtig Geld sparen wollen, verzichten Sie auf solche Kapsel-Maschinen. Richtig viel Geld: wenn man mal zum Taschenrechner greift, wird man feststellen, dass ein Kilo Kaffee in Kapseln nicht selten 50-70 EUR kostet - ein Preis, den man eigentlich niemals zahlen würde.

Und dann kommt der immense Abfall noch dazu: Stiftung Warentest schätzte schon 2015 die Menge des kompletten Kapselmülls aus Kaffeemaschinen auf 5.000.000 Kilogramm!
Und lassen Sie sich nicht von "umweltfreundlichen" Kapseln täuschen: es mag umweltfreundlichere Kapseln geben, aber keine Kapsel ist mit riesigem Abstand die einzig umweltfreundliche und günstigste Lösung.

Verwenden Sie Kaffeesysteme, die auch ohne Filter auskommen

Egal ob die gute einfache Espresso-Kanne auf dem Herd oder der moderne Vollautomat: eine Vielzahl von Kaffee-Zubereitungsmöglichkeiten kommen ohne jeden Filter aus - und damit mit viel weniger Müll.

Nutzen Sie einen eigenen Mehrweg-Becher für den Coffee-To-Go

Auf dem Weg zur Arbeit, im Zug, in der U-Bahn: am frühen Morgen hilft oft nur Kaffee. Schnell beim Lieblingsbäcker vorbeigegangen und schon dampft das köstliche Getränk im Becher. Und da beginnt das Problem: Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden im Jahr allein in Deutschland bis zu 3 Milliarden (ja richtig gelesen, kein TIppfehler) Einweg-Kaffeebecher verwendet und weggeworfen. Dass das ein gigantisch unnötiger Abfallberg ist, ist irgendwie klar. Und die Lösung ist einfach: einen schicken schönen Mehrwegbecher kaufen und immer wieder auffüllen lassen - so entgeht einem nicht das Kaffee-Vergnügen und der Müllberg sinkt.

Nur kaufen Sie keine Mehrweg-Becher aus Bambus - klingt erstmal gut, ist es leider nicht....

Gebrauchtes Kaffee-Pulver als Dünger für Pflanzen verwenden

Interessanterweise wusste das bereits meine Oma: Kaffee-Pulver kann man wunderbar zum Düngen von Pflanzen verwenden. Warum? Das wusste sie damals nicht, aber sie schwor darauf. Heute hilft das Internet und eine kleine Recherche weiter: Kaffeesatz enthält tatsächlich viel Stickstoff und viele sogenannte Pflanzennährstoffe. Einfach den Kaffeesatz trocknen und in die Erde einarbeiten. Besonders Pflanzen, die sauren, humusreichen Boden mögen, lieben den Kaffee-Dünger.

Kaffeevollautomaten: Schon bei der Anschaffung auf den Verbrauch achten

Um es vorweg zu nehmen: vom Ressourcenverbrauch aus betrachtet ist eine einfachste Kaffeekanne, die man auf den Herd stellen kann, deutlich umweltfreundlicher. Trotzdem finde ich, muss jeder selbst entscheiden, wie er Kaffee zubereiten will. Wenn man sich für einen Vollautomaten entscheidet, sollte man unbedingt einmal auf den Stromverbrauch achten, da dieser oft gravierend unterschiedlich ist.
Der Vorteil beim Vollautomat ist natürlich, dass man keinerlei Filtern oder Kapseln braucht - das darf man nicht außer acht lassen.

Kaffeevollautomaten: immer ganz ausschalten

Wenn Vollautomat dann gilt: wenn er nicht im Betrieb ist: Stecker raus! Im Stand-By verbrauchen diese Geräte munter unnötig Strom weiter.
 

Haltbarkeit und beste Aufbewahrung

Kaffee ist ein Lebensmittel, das sehr lange haltbar ist, in der Regel auch deutlich länger (!) als das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum.

Wenn der Kaffee noch original verpackt ist, hält er sich in der Regel über Jahre. Ist er geöffnet, verliert er in der Regel im Laufe von Wochen sein Aroma, ist aber weiterhin genießbar. Nur wenn das Kaffeepulver sonderbar riecht oder sich Klumpen bilden, sollte man vorsichtig sein und die Packung doch lieber entsorgen. Gleiches gilt natürlich insbesondere, wenn Schimmel im Pulver sichtbar ist (was aber in der Regel nichts mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu tun hat, sondern mit schlechtem Raumklima)

Ökologische Bilanz

Der Anbau von Kaffee ist bei konventionellem Anbau leider mit vielen Umwelt-Problemen verbunden. Oftmals wird Kaffee in solchen Fällen in großen Mono-Kulturen angebaut, was mit Rodung und Entwaldung in Urwaldgebieten einhergeht. Wie eigentlich in allen Mono-Kulturen werden intensiv Pestizide gegen Schädlinge eingesetzt. Hinzu kommt ein relativ hoher Wasserverbrauch (bei weitem nicht so hoch wie z.B. bei Avocados aber beispielsweise deutlich höher als bei Tee), der insbesondere in trockenen Weltgegenden auch ein Problem darstellt.

Bio-Produktion

Bei der bio-zertifizierten Produktion kommen deutlich weniger umweltschädlicher Pestizide eingesetzt - im Idealfall gar keine. Man ist bemüht den sehr großen Wasserbedarf zu reduzieren und arbeitet in der Regel auch ohne Mono-Kulturen und bemüht sich die Boden-Erosion zu vermeiden.
Es ist keine Frage, dass man daher unbedingt bio-zertifizierten Kaffee wählen sollte.

Fair-Trade Produktion

Kaffee findet sich auch in Supermärkten eigentlich immer in Fair-Trade-Angeboten. In Weltläden und kleinen Röstereien sowieso auch. Man muss also nicht lange danach suchen und sollte auch diese Produkte wählen.
Ja, sie sind deutlich teurer, aber was will man? Ein Produkt, für das Menschen woanders auf der Welt ausgebeutet werden oder eines, das den vielen Beteiligten bei der Herstellung faire Lebensbedingungen garantiert....

Und auch, wenn man es sich nicht immer leisten kann (ganz ehrlich: wenn man will, kann man es meistens) - warum nicht mischen? Mal FairTrade mal konventionellen Kaffee. Jeder FairTrade Kaffee hilft Menschen auf der Welt weiter!

Herkunftsregionen

Weltweit gibt es primär zwei große Kaffeesorten: der Robusta-Kaffee stammt meist aus Westafrika, Uganda, Indonesien und Vietnam, aber auch aus Brasilien und Indien. Der Arabica-Kaffee wird vor allem in den Ländern Lateinamerikas, in Ostafrika, Indien und Papua-Neuguinea angebaut.
 

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Lesenswertes....

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