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Lebensmittel: Avocados

Avocados - Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Ich muss gestehen, ich persönlich liebe Avocados. Leider ist die Umweltbilanz dieser spannenden Frucht (die tatsächlich streng genommen eine Beere ist) aber ziemlich eingetrübt. Es gibt hauptsächlich zwei Probleme: der Avocado-Anbau verschlingt immense Mengen Wasser. Für die Herstellung einer einzigen Avocado sind im Schnitt 70 Liter Wasser nötig, in einigen Regionen sogar noch deutlich mehr. Da die Avocados aber gleichzeitig auf sehr viel Sonne angewiesen ist, wird sie in der Regel in trockenen tropischen und subtropischen Gebieten angebaut und künstlich bewässert.

Die andere Problematik ist der weite Transportweg, den die Avocados nach Deutschland und nach Europa hinter sich bringen müssen.

Man sollte Avocados also obwohl sie sehr gesund sind, eher in Maßen statt in Massen genießen und öfters auch auf heimische Früchte ausweichen.
 

Empfehlungen

Essen Sie weniger Avocados

Auch wenn diese Frucht wirklich sehr gesund sein mag und durchaus lecker ist, muss man die Empfehlung aussprechen, sie nicht gerade täglich auf den Tisch zu bringen - zu groß ist der Verbrauch insbesondere an Wasser in der Herstellung.

Kaufen Sie keine essfertigen, vorgereiften Avocados

Essfertige Avocados werden immer ungereift nach Europa verschifft und dann hier aufwändig im Schnellverfahren nachgereift. Riesige klimatisierte Hallen, mit entsprechend großem Energiebedarf übernehmen hierbei den gesteuerten Reifeprozess. Aber es geht auch mit etwas Übung anders:

Kaufen Sie die Avocados ungereift und übernehmen Sie das Nachreifen selbst. Es geht ganz einfach. Liegen die Avocados bei Zimmertemperatur im Warmen, geht es langsamer, aber sie reifen tatsächlich problemlos nach. Man kann dies auch etwas beschleunigen. Beispielsweise, indem man die Avocados in eine Mütze steckt und an einen warmen Ort legt. Noch schneller geht es, wenn man das zusammen mit Bananen und/ oder Äpfeln macht. Diese strömen von Natur aus ein sogenanntes Reifegas aus - das Ethylen, das den Reifeprozess beschleunigt. Wunder dürfen Sie aber nicht erwarten ;-) Es dauert bei allen Methoden einige Tage, bis die Avocados reif sind, aber wenn man sich darauf einstellt und beispielsweise am Wochenbeginn die unreife Avocados kauft, sind diese am Wochenende bereit.

Vorgereifte Avocados im Supermarkt haben auch andere Nachteile: sind sie erst einmal reif, sind sie reif. Sprich, was nicht verkauft wird, kann nur noch 1-2 Tage gelagert werden und landet dann auf dem Müll, falls es keinen Käufer gefunden hat. Schade um die Avocado.

Kaufen Sie keine Avocados aus Chile

Da in Chile die Produktion von Avocados zu regelrechten ökologischen Katastrophen geführt hat und offensichtlich nach aktuellem Stand auch nicht von Staatsseite her nachhaltig reglementiert wird, sollte man auf keinen Fall Avocados aus Chile kaufen. Hinzu kommt der lange Transportweg von Südamerika nach Deutschland, der auf keinen Fall nachhaltig ist.

Kaufen Sie Bio-Avocados

Kaufen Sie Bio-Avocados möglichst aus Europa (Spanien) oder aus Israel, um lange Transportwege zu vermeiden.

Tipp: Der Kern lässt sich für Smoothies verwenden

Auch den Kern kann man verwenden: entweder mit einer guten Reibe oder einem guten Mixer klein schreddern und dann für Smoothies verwenden. Der Kern enthält sehr viele Nährstoffe.

Tipp: Avocado-Schalen als Anzuchtschalen für Pflanzen verwenden

Avocado Schalen kann man problemlos auf dem eigenen Kompost kompostieren (Wichtig! Eventuelle Aufkleber vorher unbedingt entfernen!). Es dauert allerdings recht lange bis sie verrottet sind. Es empfiehlt sich daher die Schalen gegebenenfalls vorher klein zu schneiden.
Eine andere Verwendungsmöglichkeit ist, die robusten Schalen als Anzuchtschalen zu verwenden: einfach die Anzucht-Erde und die Samen in die Schalen pflanzen und später die angekeimten Samen nebst Schale in den Topf oder Garten setzen. Die Wurzeln sprengen die Schale in der Regel dann problemlos und so liefert die Schale direkt noch Nährstoffe.

Tipp: Mit Kindern Avocados nachziehen

Aus Avocado-Kernen lässt sich sehr einfach und mit etwas Geduld eine schöne Avocado-Pflanze ziehen. Man spießt den Kern hierfür einfach mit Zahnstochern von drei Seiten ein und hängt den Kern dann in ein Glas (mit der spitzen Seite nach oben), so dass ca. 2/3 des Kerns im Wasser stehen. Das ganze stellt man an einen möglichst sonnigen warmen Platz. Nun braucht man Geduld, es kann bis zu 3 Monate dauern, bis etwas passiert. Wichtig: immer darauf achten, dass genug Wasser den Kern bedeckt. Und irgendwann geht es plötzlich schnell: zuerst erscheint nach unten hin eine Wurzel im Glas, dann erscheint nach oben der erste Trieb. Ein spannendes Experiment für die ganze Familie.
 

Haltbarkeit und beste Aufbewahrung

Eine ganze Frucht wird bei Zimmertemperatur ohne übermäßigen Lichteinfall gelagert und hält sich je nach Reifegrad einige Tage. Auf keinen Fall sollte man unreife Früchte im Kühlschrank aufbewahren - dort wird der Reifungsprozess unterbrochen. Außerdem erhält sie eine gummiartige Konsistenz und einen bitteren Geschmack. Ist eine Avocado hingegen reif, kann man sie durchaus problemlos für 2-4 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Auch angeschnittene Früchte gehören in den Kühlschrank: Halbe, angeschnittene Früchte halten sich am besten, wenn die restliche Avocado mit Kern in Klarsichtfolie gehüllt und dann im Kühlschrank gelagert wird.
Übrigens: Der Kern ist keineswegs ungenießbar, sondern enthält sehr viele Nährstoffe. In geringen Mengen kann er beispielsweise in Smoothies gerieben werden!

Ökologische Bilanz

Problem: der immense Wasserverbrauch

Für eine einzige Avocado muss je nach Region 70 Liter Wasser oder sogar mehr aufgewendet werden. Da die Pflanze gleichzeitig sehr viel Sonne benötigt, wird in der Regel auf künstliche Bewässerung zurück gegriffen. Die Folge kann bei übermässigem Anbau ein Wasser-Raubbau sein, wie beispielsweise bereits in Chile geschehen. Außerdem wird auf diese Art und Weise Wasser aus wasserarmen Weltgegenden indirekt über den Export ausgeführt.

Problem: lange Transportwege

Die Avocado ist keine heimischer Pflanze - die nächsten Anbaugebiete zu Deutschland sind Spanien und Israel. Oftmals wird die Avocado aber auch aus Übersee mit gekühlten großen Container-Schiffen nach Europa gebracht. Die Kühlung verschlingt hierbei zusätzlich zum Transport selbst weitere große Energiemengen.

Problem: hoher Energieverbrauch bei industrieller Aufbereitung

Wird die Avocado künstlich zur Verzehrreife nachgereift, kommen oft riesige voll klimatisierte Lagerhallen zum Einsatz, die einen sehr großen Energiebedarf haben.

Bio-Produktion

Avocados sind auch mit Bio-Siegel erhältlich. Auch große Supermarkt-Ketten bieten oft Avocados mit Bio-Zertifikat an.

Fair-Trade Produktion

Avocados sind auch als FairTrade Produkte erhältlich. Da somit insbesondere Kleinbauern und nachhaltige Entwicklung unterstützt wird, sollte man wann immer möglich zur FairTrade Bio-Avocado greifen.
 

Herkunftsregionen

Avocados werden weltweit in den Subtropen und Tropen angebaut. Als größter Produzent gilt Mexiko. Außerdem werden Avocados in Südafrika, Israel, Kalifornien, Chile, Peru, Australien, Neuseeland und in Europa in Südspanien angebaut.
 

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