Rindfleisch - Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Ein leckeres Steak, ein saftiges Filetstück, ein Rinderburger oder eine leckere Rindersuppe - aus Rindfleisch lassen sich leckere Dinge kochen.Um es vorweg zu nehmen: Rindfleisch ist aber leider umwelttechnisch ein sehr bedenkliches Thema.
Empfehlungen
Essen Sie möglichst wenig Rindfleisch
Ideal ist es natürlich, ganz auf Rindfleisch zu verzichten. Wenn Sie auf Fleisch aber nicht ganz verzichten wollen, empfiehlt es sich, öfters auf Schweine -oder noch besser auf Geflügel-Fleisch als Alternative auszuweichen. Die Produktion von Schwein- und Geflügelfleisch verbraucht tatsächlich deutlich weniger Ressourcen als Rindfleisch.
Auf jeden Fall: Finger weg von Billig-Fleisch im Discounter. Billiges Fleisch hat immer seinen verborgenen Preis: es kann nur zu Lasten der Tiere und der Landwirte gehen.
Auf jeden Fall: Finger weg von Billig-Fleisch im Discounter. Billiges Fleisch hat immer seinen verborgenen Preis: es kann nur zu Lasten der Tiere und der Landwirte gehen.
Bio ist besser
Bio Rindfleisch ist teurer, aber wenn man Wert auf Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit legt, führt kein Weg dran vorbei.
Das offizielle EU-Bio-Siegel ist ein Anfang, deutlich besser sind aber strengere Siegel wie Demeter, Naturland und andere.
Das offizielle EU-Bio-Siegel ist ein Anfang, deutlich besser sind aber strengere Siegel wie Demeter, Naturland und andere.
Rindfleisch aus der Region ist immer besser
Das leckere Steak aus Argentinien, Bio-Rind aus Japan - das Fleisch mag durchaus eine hervorragende Qualität haben, aber es wurde um die halbe Welt transportiert. Dafür muss es aufwändig verpackt und stets gekühlt werden. Es werden unnötige Ressourcen verschwendet.
Viel besser ist das Rindfleisch aus der Nachbarschaft. Idealerweise kann man beim Bauer auch selbst sehen, wie die Kühe gehalten werden.
Viel besser ist das Rindfleisch aus der Nachbarschaft. Idealerweise kann man beim Bauer auch selbst sehen, wie die Kühe gehalten werden.
- Cowfunding » essen STATT vergessen
Mit jedem Biss unterstützt du nachhaltig arbeitende Landwirte, die in ganz Deutschland mit vergessenen Nutztierrassen arbeiten.
Weniger ist mehr: zurück zum Sonntagsbraten
Nur Bio-Rind und regional? Das ist doch unbezahlbar? Ja, das hat seinen Preis. Man sollte aber einmal darüber nachdenken, dass die tägliche Fleisch-Portion ein ziemlich neues Konzept ist. Noch zu Zeiten unserer Großeltern gab es höchstens einmal pro Woche einen Braten auf den Tisch. Fleisch war etwas besonderes, Fleisch war teuer.
Warum nicht wieder etwas zurück in diese Richtung und nur 1 oder 2x pro Woche Fleisch auf den Teller - dafür etwas besonderes, leckeres und gleichzeitig etwas, was dem Tierwohl dient und die Umwelt mehr schützt.
Warum nicht wieder etwas zurück in diese Richtung und nur 1 oder 2x pro Woche Fleisch auf den Teller - dafür etwas besonderes, leckeres und gleichzeitig etwas, was dem Tierwohl dient und die Umwelt mehr schützt.
Weniger ist mehr: Fleischrezepte neu durchdacht
Für den, der sich mit dem Gedanken schwer tut, auf Rindfleisch zu verzichten, ein paar Anregungen: in vielen Rezepten kann man den Fleischanteil reduzieren und z.B. durch Gemüse, Tofu oder anderem ersetzen. In der guten alten Spaghetti Bolo kann man z.B. den Hackfleisch-Anteil problemlos mehr als halbieren und stattdessen, Karotten, Zucchini, Paprika oder was immer einem besonders schmeckt untermischen.
Vergessene Küche: Rinderknochen und mehr
Wenn schon Fleisch, dann richtig! Was heißt das? Ein befreundeter Landwirt, der Bio-Rindfleisch ab Hof verkauft, erzählte mir einmal, dass die Kunden nur Hack, Hack und nochmals Hackfleisch und hin und wieder noch einen Braten wollen. Dagegen ist ja nichts zu sagen, aber wenn man ein Tier tötet, um es zu essen, sollte man es wirklich komplett verwerten.
Was die Großmutter noch wusste: aus Rinderknochen kann man z.B. eine tolle Suppe auskochen. Aber auch das oft verschmähte Beinfleisch kann richtig zubereitet ein leckeres Rinderragout ergeben.
Kauft man Bio-Rindfleisch direkt vom Erzeuger erhält man oft ein 5 oder 10kg Beutel mit den unterschiedlichsten Fleischteilen. Seien Sie offen dafür! Man kann aus allem leckere Dinge zubereiten - das Internet hilft mit Tipps und Rezepten stets weiter!
Was die Großmutter noch wusste: aus Rinderknochen kann man z.B. eine tolle Suppe auskochen. Aber auch das oft verschmähte Beinfleisch kann richtig zubereitet ein leckeres Rinderragout ergeben.
Kauft man Bio-Rindfleisch direkt vom Erzeuger erhält man oft ein 5 oder 10kg Beutel mit den unterschiedlichsten Fleischteilen. Seien Sie offen dafür! Man kann aus allem leckere Dinge zubereiten - das Internet hilft mit Tipps und Rezepten stets weiter!
Oder ganz ohne: vegane Burger und Co.
Haltbarkeit und beste Aufbewahrung
Ökologische Bilanz
Kühe, die wirklich brav auf der Weide Gras vor sich hinkauen, im Winter getrocknetes Heu fressen, sind klimatechnisch tatsächlich kein großes Problem. Da sie Pflanzen fressen, die an vielen Stellen wachsen, die nicht weiter für Ackerbau etc. nutzbar sind, und die der Mensch auch nicht direkt verwerten kann, stehen Kühe auch nicht in Konkurrenz zur menschlichen Ernährung.Also alles gut? Leider nicht. Die Realität sieht meistens deutlich anders aus. Viele Kühe werden eher mit Mais, Weizen,Soja und anderen Getreiden gemästet und gefüttert. Und das leider viel zu oft auch in Massentierhaltungen, die nun wirklich nicht artgerecht sind.
Hinzu kommt der immense Wasserverbrauch von Rindern.
Problem: Soja-Anbau zur Rinder-Mast
Skurillerweise kursiert immer wieder das Gerücht, dass wegen Vegetariern und Veganern der Urwald abgeholzt würde, damit dort Soja zum Essen angebaut werden kann. Ja, Tofu besteht z.B. aus Soja, Sojamilch und Sojasaucen sowieso. Und das essen die doch? Oder nicht? Joa, da ist was dran. Unterschlagen wird dabei aber, dass 80 Prozent der produzierten Sojabohnen zu Schrot verarbeitet werden, das anschließend als Futtermittel in Tiertrögen landet. D.h. der Urwald wird deshalb gerodet, damit Rinder, Schweine, Hühner und Puten (oft in Massentierhaltungen) gemästet werden können. Lediglich 2% (!) der weltweiten Soja-Produktion wird direkt gegessen.- 26.03.2018: Spiegel Online - Sojaanbau in Südamerika: Entwaldung für deutsches Tierfutter
In Südamerika werden Tausende Hektar Urwald gerodet, ein einzigartiges Ökosystem ist bedroht. Unternehmen schaffen dort riesige Flächen für den Anbau von Sojabohnen - vor allem für deutsche Fleischproduzenten.
Problem: der hohe Wasserbedarf
Das Getreide oder das Soja, mit dem Kühe gemästet werden, verbraucht viel Wasser im Anbau - auch eine Kuh selbst trinkt sehr viel Wasser. Das ist theoretisch so lange unproblematisch, so lange genug natürliches Wasser vorhanden ist. Leider ist das nicht die Realität.Problem: Methan - die Treibhaus-Emission des Rinds
Problem: Zusätzliche Freisetzung von Kohlendioxid
Problem: Freisetzung von Lachgas als starkem Treibhausgas
Eine einzige Stallkuh produziert pro Jahr etwa 20 Kubikmeter Gülle. Beim Lagern der Gülle aber auch beim Ausbringen zersetzen Mikroorganismen Stickstoffverbindungen in der Gülle und dabei wird Lachgas (Distickstoffmonoxid oder N2O) frei, ein extrem klimaschädliches Gas, das 300mal stärker als Kohlendioxid wirkt.Problem: Gülle und Abwasser
Bio-Produktion
Fair-Trade Produktion
Tierschutz & Ethik
Künstliches Rindfleisch
- 05.08.2013: Spiegel Online - Fleisch aus der Petrischale: Testesser verzehren Labor-Burger - DER SPIEGEL
Es ist zwar Rindfleisch, doch es stammt aus der Petrischale. Forscher haben die erste künstliche Bulette vorgestellt. Mit der Methode sollen Ressourcen gespart und die Umwelt geschont werden. Doch bis zur Serienreife müssen die Labormetzger noch nachbessern - unter anderem beim Geschmack.
Herkunftsregionen
Lesenswertes...
- 26.09.2022: Klimakiller Kuh: Rülpser und Pupse setzen Methan frei | Klimawandel | Klima | Umwelt | Verstehen | ARD alpha
Wogende Felder, blühende Wiesen, grasende Kühe - das sieht so gar nicht nach einer Umweltbedrohung aus. Doch die Landwirtschaft ist wesentlich am Klimawandel beteiligt: Dort werden nicht nur Lebensmittel erzeugt, sondern auch über ein Zehntel aller vom Menschen verursachten Treibhausgase. - 03.06.2022: Rindfleisch müsste eigentlich fünfmal so teuer sein - Eine Kolumne von Marcel Fratzscher | Zeit.de
Um die steigenden Preise für Lebensmittel in Griff zu bekommen, müssen die Fleischpreise steigen. Klingt verrückt aber nur so entsteht vollständige Kostentransparenz. - 14.08.2019: Spiegel Online - London: Uni will auf Rindfleisch verzichten - fürs Klima
Die britische Küche ist bekannt für Pies und Patties. In den Kantinen einer Hochschule soll es die in Zukunft aber nur noch ohne Rind geben. Das nutzt womöglich dem ramponierten Image der Uni mehr als dem Klima. - 30.07.2019: Spiegel Online - Beyond Meat: Vormarsch des Fake-Fleischs
Das kalifornische Start-up Beyond Meat liefert vegane Burger - und fährt irre Börsengewinne ein. Essensmultis wie Nestlé nehmen den Konkurrenzkampf auf. - 22.07.2014: Produktion von Rindfleisch belastet Umwelt stark - WELT
Forscher vergleichen die Umweltkosten bei der Herstellung von Milch, Eiern und Fleisch. Vor allem die Haltung von Fleischrindern verbraucht übermäßig viel Land und Wasser und belastet das Klima stark. - 03.07.2013: Spiegel Online - Tierproduktfrei Essen: Viele deutsche Mensen bieten vegane Gerichte an
Lange zögerte die Uni Hamburg, Veganes anzubieten. Jetzt experimentiert Küchenchef Dirk Gödecke mit tierfreien Angeboten und hat schon einige Erfolge gelandet. Sein Fernziel: die Austreibung der Currywurst.